Samstag, 12. Oktober 2013

Rätselparty „Myth-Busters“ mit Sven und Tomas am 12.10.2013



Ein ereignisreiches Datum! Erst bei den Rätseln teilnehmen, ab 15 Uhr in den Germaniabunker und am späteren Abend Kehraus in der Batschkapp, zum letzten Mal in Eschersheim.


Der heutige Redakteur, Sven, sorgte am Morgen vor aller Frankfurt-Feierei noch für ein wenig für Bildung, indem er auf rätselhaft spielerischem Weg mit Mythen aufräumte:

Als Foreground und Downground lief die neue Scheibe von Shaggy, den er gestern live im Gibson sah.


1) Es gibt kein Wort für das Gegenteil von durstig!
Stimmt. Im Deutschen spricht man allenfalls in Grimms Märchen vom „satt trinken“. Im englischen wird zuweilen quench oder sated verwendet.

2) Karacho ist ein Wort aus dem Spanischen mit der Bedeutung Schwung, Tempo, etc.!
Falsch. Karacho ist ein spanisches Wort für das männliche Glied. Die Deutschen machten es zu einem flotten Wort, vielleicht sogar Heino 1970

3) Handy ist ein englisches Wort für ein schnurloses Telefon!
Falsch. Lediglich Denglish. Die Angelsachsen gebrauchen Mobile oder Cellphone.

4) Ein OIdtimer ist im englischen ein altes Auto!
Falsch. Es ist ein Scheinanglizismus. Die Natives verstehen darunter nämlich einen alten Mann. Das alte Auto würden sie historical/classic/veteran/antique, Brass Era/ post war car nennen.

5) Fürst Potjemkin ließ die gleichnamigen Dörfer bauen!
Nein. Es ist lediglich eine Legende von Gegnern Potjomkins, die ihm seine gute Beziehung zu Katharina der Großen neideten. Feldmarschall Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin war ein Gouverneur und Militärreformer, der sich um die Entwicklung Neurusslands bemühte. Niels-Björn erklärte: „Als Potemkinsches Dorf wird etwas bezeichnet, das „vorne hui, hinten pfui“ ist. Katharina ist über’s Land gefahren, Potemkin soll, um das Elend von oft in Leibeigenschaft befindlicher Landbevölkerung zu kaschieren, entlang der Wegstrecke Katarinas Kaskaden (wie im Theater aus Pappmaché) errichten lassen, um ihr „zufrieden blühende Landschaften“ vorzugaukeln“.

6) Die Anzahl der auf dem Boden stehenden Pferdebeine bei Reiterstandbildern hat etwas mit der Todesursache des Reiters zu tun!
Falsch. Die Pferdeposen waren Modeerscheinungen, die Künstler richteten sich - oft zu Lebzeiten des gezeigten Heroen - nach dessen Empfindung, wie er sich am besten gefällt.

7) Konrad Adenauer ließ die erste Autobahn bauen!
Falsch. Justus/Seligenstadt wußte, dass er sie nicht bauen ließ, sondern lediglich einweihte am 6.8.1932 mit den Worten "so werden die Straßen der Zukunft aussehen". 

8) Indianer vertragen keinen Alkohol!
Stimmt. Zum Abbau sind mehrere Enzyme nötig, die Menschen, deren Wurzeln im Ostasiatischen liegen, fehlen.
Justus/Seligenstadt erklärte: „Indianer, aber auch die Inuit, Aborigines oder Japaner bauen den Alkohol nur deutlich schlechter ab, d.h. sie sind schneller und länger volltrunken“.
Justus/Frankfurt schob nach: „Dazu kommt die soziale Kontrolle beim Umgang mit Drogen; die alkoholgewohnten Europäer haben gelernt, wie man säuft und dabei stilvoll bleibt. Saufen und sich schlecht benehmen kann jeder.“

9) Afrikaner vertragen keine Milch!
Stimmt. In der südlichen Hälfte Afrikas sind es - je nach Region - 80 bis 100 % aller Menschen, die keine Milch vertragen. In der nördlichen Hälfte etwa 60 bis 80 %. Ähnlich sieht es in Südamerika und Südasien aus. Hier kommt das Nord-Süd-Gefälle zum Tragen. Die natürliche Funktion von Milch ist Nahrung für Nachwuchs zu sein. Erwachsene trinken deshalb eigentlich keine Milch mehr. Die Europäer sind Mutanten und können Milchzucker abbauen und dadurch Milch verdauen, weil sich dieser Effekt im kalten Norden als Überlebensvorteil herausstellte. Mit der Milch wird das wichtige Calcium aufgenommen, das der Körper zwar selbst bilden kann, aber nur dann in ausreichender Menge, wenn genug Sonne da ist. In Schweden vertragen 2 % der Bevölkerung, in Sizilien 70 % keine Milch.

10) Sauer macht lustig! Wirklich?
Stimmt. @LaLeLu argumentierte zu recht „saure Lebensmittel regen den Appetit an“. Ursprünglich hieß es nämlich „sauer macht gelustig“, also Lust auf etwas zu essen.

11) Wenn man lange wenig isst, schrumpft der Magen!
Falsch. Der Magen behält tatsächlich seine Form. Wenn man sich nach einer längeren Fastenperiode trotzdem schneller satt oder überfressen fühlt, liegt es daran, dass sich der Magen an die kleinen Portionen gewöhnt hat und auf die plötzliche Überforderung unzureichend reagieren kann.
Tomas zitierte hierzu den Ruhrpott-Spruch „That kenn ich nich, entweder ich hab Hunger oder mir is schlecht“.

12) Darmwinde sind anzündbar!
Stimmt. Darin sind Methan und Wasserstoff enthalten und eine Reihe von Gasen, die brennbar sind. Man sollte es vorsichtshalber aber besser nicht ausprobieren.

Dazu muss unbedingt an den 48sekündigen Sketch "Glück gehabt" von Badesalz erinnert werden, den Stefan am letzten Mittwoch beim alfa-beet zum Thema Glück vorbereitet hatte.


13) Fingerknacken ist gefährlich!
Falsch. Es gibt keinen Beweis, weil wissenschaftlich nicht richtig erforscht.  Es scheint aber keine tatsächliche Gefahr zu sein, die Bänder werden auf Dauer überdehnt. Das Knacken rührt daher, dass sich in der Schmiere in den Gelenken durch Unterdruck Gasblasen bilden, die zerplatzen.

An dieser Stelle führte Tomas vor, wie er „seine Nase knacken lassen kann“. Die Autorin fand das zum Brüllen komisch!

14) Lächeln bewegt weniger Muskeln als grimmig zu schauen!
Falsch. Um die Mundwinkel zu heben braucht es 1 Muskel, um die Mundwinkel zu senken braucht es auch 1 Muskel.
Die Message ist: Man sollte lieber locker lächeln als sich die Mühe zu machen, ein ernstes Gesicht zu ziehen. Aber ein falsches Lächeln kann äußerst anstrengend sein.

15) Frauen können Farben besser als Männer sehen!
Stimmt. Auf 20 farbenblinde Männer kommt nur 1 farbenblinde Frau.
@ThomasUttendorf twitterte erklärend: „liegt daran, weil farbensehen auf dem x-chromosom liegt und wir nur eins haben, was im fehlerfall nicht kompensiert werden kann“.

Und weil Frauen angeblich besser im Multitasking sein sollen, bewies uns Tomas erneut, dass dies auf ihn ganz und gar nie zutrifft. Wir kennen ihn ja als Moderator, Knöpfchendreher, Twitterer und gleichzeitig Notebook-Durchsucher.
Heute antwortete er en passant noch im Netz auf 20 Fragen zu „is it IKEA furniture or a death metal band?“
Im Nachgang versuchten sich auch die Hörer:
‏@lalelu2007de: „hatte leider nur 12 von 20 bei ikea/death test :-(„
Die Autorin war mit 13 Treffern nur einen Ticken besser.

Ben fiel dazu lapidar ein:
Anything you can do I can do better (aus dem musical “Annie get your gun”)


16) Schlechtes Licht schadet den Augen!
Falsch. Abgesehen davon, dass dies eine indifferente Aussage ist (Zitat Niels-Björn) twitterte @lalelu2007de präzise und richtig: "Es gibt keine wissenschaftlichen Beweise, dass Lesen bei schlechter Beleuchtung nachhaltig die Augen schädigt.."
Die Kontraste sind bei schlechtem Licht nicht so gut, daher wird es für uns anstrengender, aber einen Schaden auf Dauer richtet schlechte Beleuchtung nicht an.

17) Alte Menschen haben größere Ohren und Nasen!
Stimmt. Im Alter wird Fettgewebe abgebaut, was Ohren und Nasen (die kaum Fettgewerbe haben) größer wirken lässt. Die Ohrläppchen erschlaffen und werden dadurch länger. Diskutiert wird auch eine Einlagerung von Knorpelmasse in den beiden Organen. Wangen und Kinn verschwinden.


Punktenotation der 12 praktizierenden Hörer am 12.10.2013
1) @LaLeLu: 26 Punkte
2) Justus/Seligenstadt: 20 Punkte
3) Ben: 19 Punkte
4) Niels-Björn: 17 Punkte
5) Justus/Frankfurt-Nordend: 16 Punkte
6) Dagi: 8 Punkte
6) Katrin: 8 Punkte
8) Matthias/Bad Homburg: 4 Punkte
8) @Thomas Uttendorf: 4 Punkte
10) Alexander: 3 Punkte
11) Armin: 2 Punkte
12) @Koffi: 0

PS:
Falls Ihr Interesse am gemeinsamen Pub-Quiz in Bornheim an einem Donnerstag im November habt, könnt Eure Lieblingstermine im Doodle eintragen (Veröffentlichung in diesem BLOG). „Einsendeschluß“ ist Ende Oktober 2013.

PPS:
Und noch ein Aufruf: Ben und ihr Mini-Team Q9 würden sich sehr über geistreiche Unterstützer beim Montags-Pub-Quiz in Sachsenhausen freuen.

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