Samstag, 11. Januar 2014

Rätsel zu Redewendungen und Mythen mit Sven und Tomas am 11.01.2014



Dieses Bild kam als Link während der Sendung von einem Twitterer rein. Erkennt Ihr die bekannten Figuren?
Der Meistah rätselte: Simpsons, Ninja Turtles, Schlümpfe, Asterix und Obelix, Donald sowie Tick, Trick, Track, Daltons und Lucky Luke sowie die Southpark-Leute.

Erster Teil: Herkunft von Redewendungen

1) Jacke wie Hose - wo kommt dieser Begriff her?
Vor 400 Jahren gab es einen Modetrend, bei dem es schick wurde, Jacke und Hose aus demselben Stoff zu tragen. Diese neuartigen Anzüge wurden in der Schneidersprache „Jacke wie Hose“ genannt.

2) Etwas auf die eigene Kappe nehmen - woher stammt das?
Früher waren Kappen ein Teil der Amtstracht von Richtern und Beamten. Sie wurden sprachlich verarbeitet und bildhaft für den Menschen, der sie trägt („du kriegst was auf die Mütze“, „der ist neben der Kapp“). Die Kappe definiert insofern den Menschen und dieser Ausspruch bedeutet „ich zeichne dafür selbst Verantwortung“.

3) Was ist passiert, wenn Hopfen und Malz verloren ging?
Wenn jemand so etwas behauptet, dann gibt es keine Hoffnung mehr. Bei den Bierbrauern (früher in Privathaushalten verbreitet, die ihren eigenen Anbau betrieben) kam es zum „Bier-GAU“, wenn die Grundstoffe verloren (Missernte) oder verdorben waren. Daher steht auf vielen Bierkrügen in Bayern der fromme Wunsch „Hopfen und Malz, Gott erhalt’s“.

4) Was ist wenn "Holland in Not" ist?
Bereits im 16ten Jahrhundert wurden in Holland Menschen verspottet, „die aus einer Fliege einen Elefanten machten“. Sie sagten dann „wenn der von einem Floh gebissen wird, dann ist Holland in Not“.

5) Woher kommt der Spruch: Jetzt ist Polen offen?
Noch ist Polen nicht verloren, ist der erste Satz der polnischen Nationalhymne, der mit der Geschichte der kriegerischen Auseinandersetzungen Polens zusammenhängt. Der Spruch stammt aus dem 18ten Jahrhundert,  als das geschwächte Polen nicht mehr in der Lage war, seine Landesgrenzen zu sichern und dadurch für 123 Jahre von der politischen Karte Europas verschwand. Polen war somit „offen“ für Eingriffe von außen. Daher rührt die Verwendung des Sprichworts im Sinne von „wenn das so ist, dann kann wirklich alles Mögliche passieren“ bzw. „wenn das wirklich so ist, dann knallt’s“.

6) Woher stammt der Begriff „Hosenstall“?
Er geht auf die Sprache der Viehzüchter im 19ten Jahrhundert zurück. Bulle war damals nicht nur ein anderes Wort für den Stier, sondern speziell auch für das Geschlechtsorgan dieses Tieres. Auf den Menschen übertragen haben Männer bildlich gesprochen „den Bullen in der Hose“. Damit ein so relativ wildes, ungestümes und gefährliches Tier kein Unheil anrichten kann, muss es in einem soliden, sorgfältig geschlossenen Hosenstall untergebracht werden.

Jono McCleery - Fears

7) Woher stammt der Begriff "hundemüde"?
Der Hund spielt beim Zusammenleben mit dem Menschen eine starke Rolle und findet sich daher in vielen Redewendungen wieder (keine schlafenden Hunde wecken). Oft steht der Hund nur für eine Verstärkung, bedeutet also „sehr“, oft auch in negativer Betrachtung, z.B. in hundsgemein, hundekalt, hundsmiserabel.

8) Das ist ja ein „dicker Hund“!
Wird gerne verwandt, wenn über eine sehr starke Übertreibung gesprochen wird, die unglaublich erscheint. Lebensmittel waren knappe Güter, der Hund erhielt Reste, meist gerade soviel, dass er davon leben konnte und führte das sog. „Hundeleben“. Hunde setzten früher kaum Fett an und dicke Hunde waren die absolute Ausnahme.

9) Vom „Hundertsten“ auf das „Tausendste“ kommen
Sagt man gern, wenn jemand ausschweifend wird. Die Herkunft ist rein mathematisch zu sehen. Adam Ries(e) hat ein allgemein verständliches Lehrbuch zum Rechnen verfasst. Vorher war Rechnen eine knifflige Angelegenheit, bei der man das Gehirn anstrengen musste. Im Mittelalter wurde noch mit römischen Zahlen gerechnet. Als Hilfe gab es mit Linien abgegrenzte Bereiche auf einem Rechenbrett. Die Münzen verrutschten auf dem Rechenbrett zwischen den Linien gerne mal, so dass schnell aus dem 100er ein 1000er wurde.


Zweiter Teil nach der Halbzeit: Myth Busters

10) Haben Zwillinge immer denselben Vater?
Nein. Spermien und Eizellen sind „zähe Burschen“, die den ein oder anderen Tag überleben können; die Befruchtung muss nicht zwangsläufig gleichzeitig stattfinden. Aufgefallen ist dies in England, als Zwillinge zur Welt kamen, von denen einer schwarz und einer weiß war. Inzwischen hat man weltweit 4 weitere Fälle registriert, von denen bekannt ist, dass zweieiige Zwillinge von verschiedenen Vätern stammen können.

11) Haben eineiige Zwillinge denselben Fingerabdruck?
Nein. Auch wenn sich Zwillinge sonst „bis auf’s Haar gleichen“, ist der Fingerabdruck (sowie Muttermale, Leberflecken und Irisfärbung) individuell. Nur der DNA-Fingerabdruck ist identisch.
@Bondaluh widersprach der letzten Aussage mit einem wissenschaftlichen Artikel aus der „Welt“ vom 22.12.13  „Zwillings-DNA: Der kleine Unterschied von eineiigen Zwillingen“. Genetiker können mit einer neuen Methode eineiige Zwillinge an winzigen Mutationen in ihrem Erbgut unterscheiden. Dadurch könnten ungeklärte Kriminalfälle und Vaterschaftsfragen geklärt werden.

Kaffeepause mit Brand X - Five Drops

12) Könnte man mit der Energie eines Blitzes eine Kleinstadt 1 Stunde mit Strom versorgen?
Nein. Der Gedanke, die Energie eines Blitzes zu speichern, fasziniert schon lange die Menschen, jedoch hat noch niemand dafür einen praktikablen Weg gefunden. Es gibt allerdings Berechnungen, die darauf hindeuten, dass sich das gar nicht lohnen würde: Bei einem Blitz treten Spannungen von 10 bis 100 Millionen Volt und Stromstärken von 20.000 bis 100.000 Ampere auf, die Entladungen dauern jedoch weniger als 0,01 Sekunden. Am Ende bleiben aus dem fetten Blitz ca. 30 kWh Energie übrig, was 3 l Heizöl entspricht.

Patrick und der Meistah wussten aufgrund des Films Zurück in die Zukunft „genau Bescheid“:
Das Plutonium der Zeitmaschine war verbraucht und die notwendige Energie von 1,21 Gigawatt dafür war nicht zu beschaffen – lediglich ein Blitz könnte die erforderliche Energiemenge liefern. Marty kannte zufällig – dank eines Flugzettels aus 1985 – die genaue Zeit eines Blitzeinschlags in das Rathaus der Stadt. Es gelang "DocDoc" Brown, den Blitz im richtigen Moment in den Fluxkompensator der Zeitmaschine zu leiten.


13) Wird durch die Sommerzeit Energie eingespart?
Nein. Im Frühsommer verwenden wir in Deutschland zwar etwas weniger Strom für die Beleuchtung, im Herbst wird dafür eher die Heizung angestellt. Studien belegen, dass die Umstellung auf die Sommerzeit sogar einen leicht negativen Effekt hat.

14) Sendet die Sonne vor allem gelbes Licht aus?
Nein. Der größte Teil des Sonnenlichtes ist blau-grün. Dazu gesellen sich alle anderen Farben des Regenbogenspektrums. Ein großer Teil dieser Strahlen wird jedoch von der Erdatmosphäre in andere Richtungen weggelenkt. Violette Strahlung wird am stärksten gestreut und rote am wenigsten. Deshalb kommt kaum violettes, blaues und grünes Sonnenlicht auf unserer Erde an. Vom Rest hat aber Gelb den größten Anteil, was wir wahrnehmen. Unsere Augen reagieren entwicklungsgeschichtlich auf „gelb“ am empfindlichsten. Wenn die Sonne flach über dem Horizont steht, merken wir, dass ein Teil gelb/grün weggefiltert wird, der Mensch sieht dann den Farbeindruck der Komplementärfarbe, also rot/orange.

FrikiFrenki, der mit seinem 3köpfigen Team ohne Radio und Internet mitspielte, bat um exklusiven Frageservice und antwortete zu dieser Frage: „Stimmt nicht, Rotverwirbelung, Rotverschiebung, Rezipution, rotes Bild, Sonnenbild ist rot“.

15) Ist das Meer blau, weil sich der Himmel darin spiegelt?
Ja. Wasser im Glas ist eindeutig farblos. Unsere Augen sind allerdings nur nicht in der Lage wahrzunehmen, dass auch Wasser im Glas rote Lichtwellen beispielsweise weitgehend absorbiert. Erst bei ganz großen Wassermengen erkennt das Auge dies. Bei natürlichen Gewässern wird es durch die Lichtverhältnisse und Stoffen/Organismen, die im Wasser gelöst sind, beeinflusst. Auch in der Luft wird das kurzweilige blaue Licht von den Luftmolekülen einfach stärker reflektiert und gestreut als die langweilige rote oder grüne Farbe. Wasser und Himmel erscheinen daher blau wegen der Lichtstreuung.

16) Ist rot ist immer die oberste Farbe im Regenbogen?
Nein, denn da gibt es noch den sekundären Regenbogen.
Die normale Farbreihenfolge ist Rot, orange, gelb, grün, blau, indigo, violett. Bei guten Lichtverhältnissen hat man einen zweiten Regenbogen, der eine Spiegelung des Hauptregenbogens ist und bei dem das  Farbspektrum umgekehrt ist.
@Bondaluh erklärte korrekt: „Regenbögen sieht man unter einem bestimmten Winkel, also "von oben" kreisförmig, beim sekundären Bogen sind die Farben umgekehrt. Beim sekundären Bogen wird das Licht in den Tropfen einmal mehr reflektiert, das kehrt für Betrachter die Farbreihenfolge um“.

17) Gibt es Luftlöcher?
Nein, das Absacken wird nur so bezeichnet. Luft hat keine Löcher, für das Absacken sind Abwinde verantwortlich. Segelflugzeuge brauchen diese thermischen Verhältnisse übrigens

Friki Frenki gab nicht auf; er und sein Team nahmen interessanterweise an einer Call-In-Radio-Sendung teil, obwohl weder Radio noch Internet verfügbar waren. Da der Anruf manchmal zur richtigen Fragestellungs-Zeit erfolgte, gab’s dafür sogar „Anrufpunkte‘“, obwohl die Antwort falsch war.

Punktenotation der 10 aktiven Teilnehmer am 11.01.2014:
1) Katrin (Strickliesel): 26 Punkte
2) Patrick: 21 Punkte
3) Matthias/HG: 9 Punkte
4) @DuckyFrankfurt: 8 Punkte
4) Nina/Rate-Römer: 8 Punkte
6) Armin: 4 Punkte
6) Marcel: 4 Punkte
8) Friki Frenki: 3 Punkte
9) Matthias/Rate-Römer: 2 Punkte
10) @Koffi69: 1 Punkt

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