Ein Beispiel für unsere Ambivalenz ist das Eingehen einer Ehe.
Hier eine Hochzeit unter den Mühlenflügeln im saterfriesischen Scharrel am 16.05.2015
Hier eine Hochzeit unter den Mühlenflügeln im saterfriesischen Scharrel am 16.05.2015
Heute gab es die Fortsetzung der psychologischen Rätsel vom 04.04.2015 (Optimismus/Pessimismus); von Sven gut vorbereitet und mit vielerlei interessanter Meinungsäußerung der Hörerschaft.
- Warum hat die Natur den Mechanismus der selektiven Wahrnehmungssteuerung erfunden?
Ben: "Sonst würde der Mensch verrückt werden. Das Hören einer nahenden Gefahr muss erkannt werden".
Justus/Seligenstadt: "Notwendige soziale Funktion. Man muss sowohl das Bad putzen können als auch eine Sendung auf Radio X verfolgen".
Sven erklärte, dass sämtliche (auch die hier nicht erwähnten) Antworten der Hörer korrekt sind und fasste zusammen: „Schnelle Reaktion auf künftige Ereignisse ist notwendig, so dass der Mensch zwischen wichtigen und unwichtigen Wahrnehmungen unterscheiden muss.“
Tomas brachte die Beispiele: "Wenn der Fressfeind kommt/unser Fressen verschwindet oder Bike-Nazis unterwegs sind“.
- Hat unsere emotionale Veranlagung Einfluss auf unseren Lebensweg?
@Lalelu wiederholte den Kohlen-Juke der Augsburger Puppenkiste: „Alles kann etwas bedeuten. So oder so. Heute oder morgen. Jetzt oder nie.“
Antwort lautet ja. Die kognitive Veranlagung bestimmt unsere Weltsicht. Sven erläuterte den sog. „Halo-Effekt“ (Heiligenschein-Effekt). Wenn man etwas von jemandem gut findet, mag man ihn und goutiert auch dessen restliche Aussagen. Dabei handelt es sich um eine Kognitive Verzerrung, weil man von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften anderer schließt. Im Negativen spricht man vom Teufelshörner-Effekt.
Sven gab dazu als Beispiel: "Der Star scheint irgendwie perfekt zu sein, der Politiker (von dem ich nicht viel halte) kann sagen was er will und ich werde es immer scheiße finden (Roland-Koch-Effekt)."
Wir denken, dass wir die Welt so wahrnehmen, wie sie ist. Tatsächlich machen wir uns nur ein persönliches Bild von der Welt.
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Patrick: „Um vorwärts zu kommen, muss man manchmal ziehen, manchmal drücken, auch mit anderen zusammen (erweiterter Egoismus). Der Grundoptimismus ist notwendig, weil man mit ultimativer Selbstaufgabe nicht weit käme“.
Nochmal Patrick: „Unsere Gesellschaft basiert doch auch auf Neugier/Gaffertum. Mir sind die Extremsportler eingefallen. Die Menschen haben gewisse Tendenzen, grenzgängerisch auf die Gefahr zuzugehen und sich ihr zu näheren, um sich zu spüren, was sie lebenswert finden, weil der Rest so geregelt/langweilig ist“.
Sven: Unser ganzes Verhalten liegt in diesem Push- und Pull-Prinzip. Die Überlebensstrategie lautet „Strebe nach dem Guten“ (Nahrung, Fortpflanzung), „vermeide Gefahr“ (Raubtiere). Vom einen wollen wir uns fernhalten, das andere zieht uns an. Diese Strategie vereint alle Lebenswesen.
Zum Thema unverbesserlicher Optimismus verweist Dagi erneut auf den Film „Adams Äpfel“:
- Nennt Situationen in Eurem Leben, in dem Ihr gleichzeitig das Gefühl von Lust und Leid hattet!
Sven gab als Beispiel die Antilope vor, die nervös aus einem Fluss trinkt, während sie gleichzeitig die der Nähe lauernden Löwen beobachtet.
Patrick: „Einkaufen mit meiner Frau“.
Koffi: „Ehe“
Justus/Seligenstadt: „a) Eurovision Song Contest, b) ernsthafter … großer Unfall, abwenden oder hingucken“.
@DuckyFrankfurt: „Bei mir trifft diese Situation lediglich bei der Heavy Metal-Musik zu. Entsetzliche Musik/Gerülpse, aber ganz große Show“.
Meistah Tomas wollte den verdienten Punkt für „Rätsel mit Hausmeistern“.
Friki Frenki (aus dem ICE nach Würzburg): „Passiert mir jedes Mal, wenn ich beim Jiu Jitsu vom Training in den Bodenkampf gehe“.
Ben: Die schwere Entscheidung, einzukaufen, aber kein Geld ausgeben zu können. Weiterhin…. die Blase zu vertrösten, weil man den Rest der Sendung noch sehen will.
Katrin: „Ich will immer die Bestätigung, Recht zu haben und kann es auf den Tod nicht ausstehen, wenn mir einer sagt, ich habe einen Fehler gemacht. Ich begebe mich mit dem Anruf hier in die Gefahr, einen auf die Nase zu kriegen, was mich tödlich beleidigt“.
Patrick: „Bei der Körpermodifikation (Tätowieren/Piercing).“
Schwere Entscheidung: Welchen Wagen hätten Sie gern?
- Glasplatte über Abgrund, man setzte Babys auf die Glasplatte, auf der anderen Seite stand die Mutter, die das Baby rief. Wie verhielten sich die Babys?
Antwort: Nichts konnte sie dazu bewegen, über die Tiefe zu gehen. Diese angeborene Furcht bewahrt Kleinkinder vor Abstürzen.
- Wie verhielten sich Tierbabys bei der Glasplatte über dem Abgrund?
Antwort: Bis auf wenige Ausnahmen reagieren Tieren genauso, da der optische Reiz ausschlaggebend ist. Lediglich nachtaktive Ratten, die sich auf ihren Geruchssinn und das Erfühlen der Umgebung verlassen, reagieren anders.
- Wie verhalten sich Ratten mit der Glasplatte über dem Abgrund?
Dagi und Katrin waren sich sicher, dass die Gruppentiere den Schwächsten vorschicken, um zu testen, ob das gut geht.
Richtige Antwort: Bei den Ratten spielt der Geruchs-Sinn eine größere Rolle als der Tast-Sinn (Visual Cliff). Die nachtaktiven Eigenschaften bringen sie dazu, das Futter mit dem Geruchssinn zu suchen. Solange sie das Glas fühlen können mit ihren Barthaaren, ist das für sie kein Problem.
- Warum ist bei allen höheren Säugetieren die Belohnung für eine Gefahr tendenziell nicht so anziehend als die Angst vor Gefährdung?
Wenn ich tot bin, nutzt es nix. Besser „ich esse zweimal nichts Gefährliches als tot zu sein“.
- Wie heißen die beiden Zentren im Gehirn, die diese Steuerung für uns übernehmen (Push/Pull)
Angstzentrum und Lustzentrum
- Was ist die Aufgabe des Angstzentrums?
Es lässt uns permanent nach Gefahren Ausschau halten und sorgt dafür, dass wir uns in einer nicht berechenbaren Welt so weit wie möglich absichern. Auch beim Lustzentrum handelt es sich um einen ständigen Scanner (nach Belohnung).
Trotz der berechtigten Angst, dass die Nachkommen das Heimaterbe nicht mehr mit demselben Herzblut pflegen, zeigte uns Dieter Friedhoff (aktueller Vorstand des Scharreler Mühlenvereins) aus Gründen persönlicher Belohnung das Kleinod in Mühle (heute Standesamt) und Heimatmuseum.
- Welche Unterschiede von Individuen gab es im Visual Cliff-Experiment?
Patrick beantwortete richtig: „Einige Babys waren bereit, sich eine gewisse Strecke über den Rand hinaus zu bewegen, andere trauen sich viel weiter vor.“
Das zeigt, dass Angst- und Belohnungspräferenzen von Individuen unterschiedlich ausgeprägt sind.
Zusammengefaßt: NO RISK NO FUN!
Freude an der Sendung vom 23.05.2015 hatten ganz bestimmt diese 14 aktiven Teilnehmer:
- Katrin: 16 Punkte
- Patrick: 13 Punkte
- Ben: 12 Punkte
- Thorsten Dittmann @lalelu2007de: 10 Punkte
- Ivo: 8 Punkte
- Justus/Seligenstadt: 8 Punkte
- Dagi@DuckyFrankfurt: 7 Punkte
- Niels: 6 Punkte
- Tomas: 3 Punkte
Friki Frenki: 3 Punkte - Koffi @Koffi69: 2 Punkte
- Matthias: 1 Punkt
- Bon daLuh @bondaluh: 0
Justus/Eckenheim (kurzes Hallo am Schluß): 0



