Samstag, 10. November 2012

Rätsel über „Redewendungen“ und neue Hörerthemeneinbindung mit Sven und Tomas am 10.11.2012

Ein klassischer Novembertag, nicht so kalt, dafür mit strömendem Regen. Es riecht nach feuchtem Laub.
Insofern ist die uneingeschränkte Teilnahme an der Rätselsendung im warmen Zuhause alternativlos.

Oder doch?.... Einer nuschelte: „mein Androidhandy braucht ein Update auf die Version Wasserdicht, damit ich mitmachen kann..GuMo an alle“.  Ex-Leberecht befand sich beim Stöbern auf dem Flohmarkt, nahm trotz der widrigen Umstände an der Sendung teil, mußte wegen der unheilsamen Kombi von Touchscreen und Wassertropfen aber vorzeitig aufgeben.


1) Woher stammt der Begriff Bistro?
Die Herkunft ist umstritten, es verdichtet sich jedoch die Annahme, dass es seinen Namen den russischen Emigranten während der Oktoberrevolution 1917 zu verdanken hat. Diese riefen in Lokalen "bistro, bistro" (russisch „schnell, schnell“), wurden daher aus gehobenen Restaurants verwiesen und waren dann mit selben Ansprüchen und Verhalten in kleinen Weinkneipen zu finden.

2) Der Ausspruch „Cool“ stammt eigentlich woher?
Ben wusste: von der Musikrichtung Cool-Jazz, dem eher konzertanten, improvisierten Jazz der Endvierziger Jahre in New York. Ben war sich sicher, dass es den Begriff schon in den 50er Jahren gab, dass ihr der „Cool Boy“ der Westside Story in den Ohren lag.

In diesem Moment kam Hausmeister Stefan telefonisch durch. Er meldete erfreut ein Lebenszeichen eines Frankfurter Originals und äußerte gleichermaßen sein Erstaunen, dass dem nackten Jörg, den er eben auf der Darmstädter Landstraße/Höhe Sachsenhäuser Warte sah, bei dem Sauwetter eigentlich ganz schön cool sein müsste.

3) "Der ist auf Draht" - woher stammt diese Redewendung?
Aus der Zeit der Telegraphie (1837), besonders schnelle Menschen waren schlichtweg „auf Draht“.

4) Dusel haben, woher kommt der Begriff?
Das Wort stammt aus dem Plattdeutschen und bedeutet so viel wie: Dämmerzustand/berauscht/nicht richtig bei Bewusstsein. Tief im Volksglauben verwurzelt ist, dass man in diesem Zustand vor vielen Gefahren gefeit sei (Kinder und Betrunkene haben einen eigenen Schutzengel, Bibelzitat „den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf“). Die dösenden Menschen, die sich im Dusel befinden und nicht aufpassen, sind glückliche Menschen und haben daher Dusel.
Da lag @PulverJenny doch gar nicht so falsch mit der Idee: „Dusel: von der Düsternis beim Schlafwandeln“. Nuja, nicht für jedes Gefasel gibt es Kreativpunkte….

5) Woher stammt der Begriff „erdrosseln“?
Ganz einfach: Drossel war früher das Wort für Kehle, durch die Luft strömt.
Frank kam von den Ornithologen auf die Drosselklappe beim Auto, welche die Luft- und Treibstoffmenge durch die Klappe reguliert.
Bei dieser Frage wurde am Ende zum Theme Schneckenatmung gesuchmaschint. Unglaublich.

Im Netz nachzulesen ist: „Wesentliches Unterscheidungsmerkmal zum Erwürgen ist die Zuhilfenahme eines Werkzeugs, z. B. einer Garrotte. Der Tod tritt im Allgemeinen durch die Unterbrechung des Blutstromes zum Gehirn und nicht durch Atemstillstand ein.“

„Was bleibt“ ist grandiose Kunst von Mila Mar (leider nur als Unterlege):

6) Den Faden verlieren? Wie kam man darauf?
Vom Faden der Ariadne. In der griechischen Mythologie fand Theseus den Weg durch das Labyrinth des Minotauros. Theseus entstieg dem Labyrinth, weil er den Faden nicht verloren hatte.

7) Dem Fass den Boden ausschlagen, wo kommt das her?
Wenn der Fassbauer (Böttcher/Küfer) den Fassreifen aus Versehen zu stark zur Mitte hinschlug konnte es passieren, dass sich ein zu hoher Druck aufbaute, durch den der Boden aus dem Fass sprang.

Kate Bush - The Man with the Child in his eyes

8) Woher stammt der Begriff "ins Fettnäpfchen treten"?
Die kleinen Näpfe enthielten Stiefelfett zum Imprägnieren der Schuhe. Auch in den Speisekammern standen Fettnäpfen, um das Fett von zum Trocknen aufgehängten Würsten aufzufangen. Wenn man tollpatschig dort hineintritt (kann vorkommen, bei @Sven Trulsen steht das neben dem Kamin) gerät man heftig ins Schlittern .

9) Mit Fug und Recht kann man etwas behaupten, wenn man seine Meinung für unumstößlich hält. Woher kommt der Begriff „Fug“.
Es handelt sich um ein sog. „Hendiadyoin“: Mehrere Wörter sind Ausdruck für ein und dieselbe Bedeutung. Fug ist dasselbe Wort wie Recht.

10) Woher stammt der Begriff "Fuchsteufelswild"?
Der Fuchs hat häufig Tollwut und benimmt sich dann so wild wie ein Teufel = Fuchsteufelswild.
Fuchswild ist ein gaanz alter Begriff, im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm finden wir dazu: "so aufgebracht, als wenn man ganz des teufels wäre, im höchsten grade aufgebracht: da wurd dir nun das männchen fuchsteufelswild“.

11) Woher stammt der Begriff Flohmarkt?
Im Mittelalter überließen die Fürsten dem Volk ihre getragenen Kleiderstücke. Auf den Märkten wurden diese Kleidergaben gehandelt und mehr als ein Menschenfloh hat dabei die Gelegenheit genutzt, den Wirt zu wechseln.
Auf diesen Märkten wurde auch Tiere angeboten, bei denen die Flohbesatzung normal war. Zuweilen sprangen die Tiere auf die einkaufenden Menschen über.

11) Woher stammt der Begriff Trödelmarkt?
Trödeln hieß früher „mit Kleinkram handeln“

12) Warum beschimpft man jemanden, den man für schwach hält mit „Du Flasche“.
Wir erinnern uns noch an einen Auszug der aufgebrachten Rede von Giovanni Trapattoni („Trap“) auf der Pressekonferenz des FCB am 10.03.1998 „schwach wie eine Flasche leer“.
In Italien wurde durchgefallenen Schauspielern und Sängern zum Spott eine Flasche umgehängt.
Man erzählt sich aber auch, dass der Ausdruck von den Glasbläsern der Halbinsel Murano stammt. Anfänger begannen mit dem Blasen von Flaschen, danach probierten sie schwierigere Teile. Wenn dieser Versuch scheiterte, wurde es am Ende „halt wieder eine Flasche“.

13) Was ist ein „Fiasko“ (Misserfolg, Reinfall)?
Stammt aus dem Italienischen: Mit der Redensart „appiccar il fiasco ad alcuno“ (einem die Flasche setzen) wird jemand beschimpft. Eine bauchige Strohflasche (mit Stroh umflochtene Glasflasche, häufig für Chianti) nennt sich Fiasco. Noch bis ins 18. Jahrhundert wurden Frauen zur Strafe diese Schand- oder Büttelflaschen umgehängt.

14) Kein großes Federlesen machen - woher stammt dieser Begriff?
Aus dem Mittelalter: Die Menschen waren näher an Getier und Geflügel, so dass gewisse Anhaftungen an der Kleidung zu finden waren. Als demütige und unterwürfige Geste haben andere diese Rückstände den Menschen aus den Kleidern geklopft (Armin dachte dabei an den Arztgang, wo die Angestellten des Arztes zuvor Federn oder Tierhaare von dessen Mantel entfernten. Der Arzt indes kam sofort zur Sache).

Neuschöpfungspause mit Vuelve (Johnny Hernandez & Mojito Project)

Nun probierten die Hausmeister etwas aus, das sie bei gutem Funktionieren für die Rätsel in der nächsten Woche (Marcus weilt dann immer noch in sonnigeren Gegenden) planen.
Sven forderte die Hörer auf, ein Themengebiet zu nennen, zu denen sie Multiple-Choice-Fragen beantworten möchten, und stellte zur Auswahl:
Politik, Wirtschaft, Kultur, Wissen, Digital, Studium, Job & Karriere, Lebensart, Reisen, Sport, Allgemeinwissen.

Ben kam als erste durch und wählte den Themenbereich „Kultur“. Tomas legte versehentlich gleich auf, weil er allen Hörern gleiche Chancen einräumen wollte. Sven plante womöglich, dem Themenwünscher gleich mehrere Anschlussfragen zu stellen. Nuja, es ist ja erst ein Probedurchlauf.

15) Seit 1994 werden jährlich die MTV Music Awards vergeben - wer hat bislang die meisten Preise abgeräumt?
Eminem (Morgen findet diese Preisverleihung übrigens in der Frankfurter Festhalle statt)

16) Gala (Gala Éluard Dalí), die bekannte Muse des 20 Jahrhunderts war mit wem nie verheiratet?
Mit dem Maler Max Ernst

17) Heinrich Mann starb, bevor er seine Stelle als erster Präsident der deutschen Akademie der Künste in Ostberlin antreten konnte. Wer trat stattdessen die jeweils 3jährige Tätigkeit an?
Arnold Zweig (1950–1953)

18) Wie hieß der Bildhauer und Maler Michelangelo mit Nachnamen?
Buonarroti (vollständig: di Lodovico Buonarroti Simoni)

19) Welcher Schauspieler lehnte 1973 den Oscar aus Protest gegen die amerikanische Indianerpolitik ab?
Marlon Brando

Punktenotation der 12 Rätselteilnehmer und Gratu an die unbestrittene Rätselkönigin Ben:

1) Ben: 24 Punkte
2) Frank/Sindlingen: 20 Punkte
3) Katrin: 9 Punkte
4) Dagi/@Pulver Jenny: 4 Punkte
5) Armin: 3 Punkte
5) @Sven Trulsen: 3 Punkte
7) Koffi: 2 Punkte
7) Patrick: 2 Punkte
9) Dogan: 1 Punkt
9) @LaLeLu2007: 1 Punkt
9) @Ubiqitäres Genuschel: 1 Punkt
12) Jochen: 0

Kommentare:

dasGenuschel hat gesagt…

Hallo Dagi,

bin notorischer Flohmarkt -Junkie und twittere IMMER parallel zum Stöbern -deshalb wird es wohl auch nie zum Sieg reichen;-))
Meine Wetterapp hatte Regen erst ab 14Uhr angesagt, deshalb hab ichs probiert - und bin fast ertrunken...
Trotzdem schöne Sendung und schönes Protokoll, Danke dafür.
Gesendet von der Couch.

Grüsse,
das Genuschel

Michael Lindner hat gesagt…

Ist eigentlich mal ein Podcast geplant? Es ist schlimm genug, wenn man aus familiärer Verpflichtung heraus aufs Mitspielen verzichten muss, aber wenigstens nachhören würde ich meistens doch sehr gerne.

Stefan hat gesagt…

Moinsen.

Ist derzeit nicht wirklich geplant. Zum einen müsste imho vor Veröffentlichung alles an Musik, was in irgendeiner Form mit der G*MA zu tun hat eliminiert werden, zum anderen ist das logistisch auch nicht so ganz einfach zu bewerkstelligen. Unser Dauer-Experiment "Babbelstund" kann Dir davon ein Lied singen ;-)

Wir können daher leider einstweilen nur auf APPs verweisen, die einen Livestream zeitgesteuert mitschneiden. Das klappt bei Verfügbarkeit des Streams auch ganz gut. So viel mal auf die Schnelle.

Schönen Sonntach noch und Danke für´s Feedback!

S~

Michael Lindner hat gesagt…

Herzhaften Dank!