Samstag, 27. Februar 2016

Kalendarische Fragen mit Marcus und Tomas am 27.07.2016



1) Warum ist am kommenden Dienstag der erste März?
@bondaluh: Weil 2016 ein Schaltjahr ist.
Ute kurz und knapp: „Weil am Montag der 29te ist“

2) Weshalb gibt es überhaupt ein Schaltjahr?
Conny Fehre ‏@bondaluh korrekt: „Die Erde braucht etwas mehr als 365 Tage für eine Umrundung der Sonne (ca. 365,24 Tage). Deswegen alle 4 Jahre ein Schalttag.“

3) Welche schaltjahrähnliche Ereignis gab es 2015?
Es wurde eine Sekunde korrigiert

4) Wieso hängt man im Februar den Schalttag an (und nicht einen 32ten Dezember?
‏Weil das Jahr früher mit dem März begann, daher hängte man sozusagen den Schalttag an den letzten Tag des Jahres.
@ThomasUttendorfs eigene Logik: “Weil der schon der kürzeste Monat ist. Der Februar ist der kürzeste Monat weil's da so kalt ist“.

5) Welchen Ausgleich hat man dafür geschaffen, dass das Schaltjahr auch nicht ausreicht?
Die Schaltsekunde

6) Was ist das verworrene Jahr (annus confusionis)?
Laut Hausmeistern (und die haben immer Recht) das Übergangsjahr vom Julianischen zum Gregorianischen Kalender.
‏@TomCoIIins „Das verworrene Jahr ist das, in dem der Kalender umgestellt worden ist. Also wo die "zwischen den Jahren Tage" entstanden sind“.





7) Worin unterscheiden sich der Julianische und Gregorianische Kalender?
Der julianische Kalender lässt kein Schaltjahr aus; Julius Caesar lernte erst im Jahr 47 v. Chr. den Schaltzyklus des späteren julianischen Kalenders im hellenisierten Ägypten in Alexandria kennen.

8) Wo wird der Julianische Kalender heutzutage noch immer verwendet?
In der orthodoxen Kirche. Da kein Schaltjahr ausgelassen wird, hüpft deren Weihnachten immer weiter nach hinten. Irgendwann feiern die im Sommer.
Ansonsten in der Wissenschaft rückwirkend für die Jahre vor dem Wirken Caesars.

9) Was war der schwedische Kalender?
Diese Kalender, der vom 01.03.1700 bis zum 30.02.1712 in Gebrauch war, entsprach dem julianischen Kalender mit einer Differenz von einem Tag. Im November 1699 beschloss Karl XII in Schweden, den gregorianischen Kalender mit dem Jahr 1700 einzuführen. Man wollte allerdings nicht die gesamte Differenz von 11 Jahren überspringen, sondern in den nächsten 11 Jahren den Schalttag auslassen und so den Kalender einholen. Im Jahr 1711 entschied Karl XII, den schwedischen Kalender aufzugeben, da er von keiner anderen Nation genutzt wurde.
1753 führte Schweden eine weitere Kalenderreform durch und ließ auf den 17. Februar unmittelbar den 01. März folgen. Damit war der gregorianische Kalender faktisch gültig, aber erst 1844 akzeptierte Schweden die gregorianischen Regeln zur Berechnung des Osterdatums.

10) Wovon ist der Zeitpunkt des Osterfestes abhängig?
Nach neutestamentlicher Überlieferung ereignete sich die Auferstehung Christi in den Tagen des vom Frühlingsvollmond abhängigen jüdischen Pessachfests. Als Osterdatum wurde im Jahre 325 auf dem Konzil von Nicäa der erste Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling (Datum des Frühlingsvollmondes), der frühestens am 21. März stattfinden kann, festgelegt. Der früheste Ostersonntag fällt folglich auf den 22. März, der späteste auf den 25. April. Nach dem Datum des Osterfestes richten sich fast alle anderen beweglichen Feiertage im Kirchenjahr.

11) Wie war der französische Revolutionskalender aufgebaut?
Das Jahr besaß gemäß dem Revolutionskalender 12 Monate zu 30 Tagen mit jeweils 3 Dekaden (10 Tage lang). Dazu kamen fünf (in Schaltjahren sechs) Ergänzungstage. Der Jahresbeginn war während der Gültigkeitsdauer des Revolutionskalenders (24. 11.1793 bis 01.01.1806) auf den Tag der Tag-und-Nacht-Gleiche im Herbst festgelegt.
@TomCoIIins "Die Tage wurden einfach durchgezählt"
Den Meistah wunderte bei der französischen Zählweise nichts: „Franzosen zählen bis 60 noch halbwegs normal, also mit 30, 40, 50, 60. Nach 60 zählen sie wie folgt: 60 plus 10 (soixante-dix), was bis 79 (soixante-dix-neuf) geht. Bei der 80 denkt man, es würde 60 plus 20 gezählt. Nein, es ist 4 x 20 (quatre-vingts). Und die 99 wird mit 4 mal 20 plus 19 (quatre-vingt-dix-neuf) gezählt. Die spinnen, die Franzosen“.
Marcus dazu: „da hätten sie in der französischen Revolution mal nicht am Kalender herumbasteln sollen, sondern an ihrer Zählweise“.

12) Wann beginnt der Islamische Kalender?
Im Jahr der Hidschra, der Auswanderung des Propheten Mohammed von Mekka nach Medina.

13) Was sind: Hartung, Hornung, Lenzing, Launing, Winnemond, Brahet, Heuert, Erting?
Altdeutsche Monatsnamen

14) Warum heißt der Januar Januar?
Nach dem zweigesichtigen Gott Janus.
@TomCoIIins: „Wegen Janus. Schaut ins alte und ins neue Jahr“

15) Woher stammt der Name Februar?
Aus dem lateinischen februare = reinigen. Seit 153 v. Chr. ist der Februar der zweite Monat des römischen Kalenders. Er wurde nach dem römischen Reinigungsfest Februa benannt.
Katrin gut, aber falsch: „Februar heißt Fieber. Es war der Fiebermonat, wo alle krank waren, weil die Heizung ausfiel“.

16) Woher stammt der Name März?
Niels‘ O-Ton, ohne dass diese Frage gestellt wurde: „Ich muss gleich weg, wollte aber trotzdem mal kurz anrufen, deswegen muss ich leider schon auf den März springen, geht das? Da ist der Kriegsgott Mars, soweit ich weiß, der Namenspate. Schönes Wochenende“.

17) Woher hat der April seinen Namen?
Von aperire „öffnen“, was sich auf die Vegetation bezieht

18) Wieso heißt der Mai Mai?
Der Winnemond, Weidemonat, Wonnemonat wurde nach der römischen Göttin Maia benannt.

19) Weshalb nennt man den Juni Juni?
Bernd Biehl ‏@berndb2009 völlig korrekt und bereits vor Fragestellung: „juni ist doch bestimmt von der göttin juno #wahrsager“

20) Und der Juli?
Nach dem Geburtsmonat von Gaius Julius Caesar. Nach ihm wurde dieser Monat seit 44 v. Chr. Julius genannt.
Thorsten meinte: „Wurde nach einer deutschen Poprock-Band aus Gießen benannt“.



21) Warum heißt im angelsächsischen Sprachtraum der Mittwoch Wednesday?
Aufgrund des Gottes Wodan (altenglisch woden, daher wodnesdæg).

22 bis 29) Abgekürzt….. die Wochentage werden hier sehr schön bebildert erklärt:

30) Was bedeutet der Samstag für gesetzliche Fristen?
Nach Paragraf 193 BGB ist der Samstag ein Werktag, auch wenn er bei vielen Berufen kein Arbeitstag ist. Bei der Berechnung von Fristen wird der Samstag jedoch wie ein Sonn- oder Feiertag behandelt.
Philipp hat das gewusst und erklärte auf Nachfrage, dass er sich griechisch schreibt. Also von philos = „Freund; Liebhaber“ und hippos = „Pferd“.

31) Wo befindet sich der Samstagsberg?
am östlichen Teil des Frankfurter Römerbergs

32) Was ist der stille Samstag?
Der Samstag zwischen Karfreitag und Ostersonntag

33) Wann ist „Ostersamstag“?
Es ist der Samstag nach Ostern (Osteroktav), am nächsten Tag ist der Weiße Sonntag (das Ende des Osteroktavs).

34) Wann beginnt im Judentum der siebte Wochentag und wann endet er?
Von Sonnenuntergang am Freitag bis zum Eintritt des Sonnenuntergangs am darauffolgenden Samstag

35) Welchen Einfluss hat die ISO Norm 8601 = DIN 1355 auf den Montag?
Montag ist Wochenanfang

36) Was ist Aftermedig?
Die schwäbische Form für „Montag“ ist „Mentig“, woraus durch Ausfall des „n“ ein „Mêdig“ wurde. Der Tag nach dem Montag nennt der Schwabe „Aftermedig“.

39) Was ist der Super Tuesday?
@TomCoIIins korrekt: „Vorwahlen in mehreren Staaten in den USA“.
Der Dienstag im Februar/März wurde als Wahltag gewählt, um den Wählern die Anreise zu den teilweise weit entfernten Wahllokalen zu ermöglichen. An diesem Dienstag werden die meisten Delegierten gewählt, d.h. Wahlkandidaten zum Präsidentschaftsamt müssen an diesem Super-Dienstag gut abschneiden, um als Kandidat der Partei nominiert zu werden. 

31) Was sind stille Hochzeiten?
Der Mittwoch galt im Volksglauben als Unglückstag. Die Frauen, die schon uneheliche Kinder hatten (gefallene Mädchen) heirateten nicht am Sonntag, sondern an einem Mittwoch.


32) Woher stammt die Bezeichnung Aschermittwoch?
Aus der Westkirche seit dem Pontifikat Gregors des Großen. Der Aschermittwoch ist der Tag nach dem Fastnachtsdienstag, an dem sich Katholiken in der Heiligen Messe mit der Asche aus verbrannten Palmzweigen des Vorjahres segnen lassen. Erkennbar an dem Aschekreuz auf der Stirn. An diesem Tag beginnt die 40-tägige Fastenzeit.
@LaLeLu auch irgendwie logisch: „Weil man nach Karneval keine Asche mehr im Portemonnaie hat“

33) Was war der lange Donnerstag?
Ralf erinnerte sich noch gut an den „SchLaDo“ (scheißLangerDonnerstag).
Am 5.10.1989 fand gab es den ersten langen Donnerstag, an dem die Geschäfte  nich um 18:30 Uhr schließen mussten, sondern bis 20:30 Uhr öffnen durften. Heute besteht - abgesehen von Sonn- und Feiertagen - in vielen Bundesländern keine Vorschrift mehr zur Festlegung der Ladenöffnungszeiten.

34) Was ist Paraskavedekatriaphobie?
Die Angst vor „Freitag, dem 13ten“

35) Was ist der kürzeste Abstand zwischen zwei Freitagen, dem 13ten?
28 Tage

36) Woher stammt der Begriff "Sekunde"?
Aus dem Lateinischen „pars minuta secunda“ (zweiter verminderter Teil)

37) Weshalb war das Jahr 1972 das längste Jahr seit Einführung des Gregorianischen Kalenders?
Schaltjahr mit 2 Schaltsekunden

38) Weshalb war 1582 das kürzeste Jahr?
Es wurden die Tage zwischen dem 04.10. und dem 15.10. übersprungen.
Ralf vermutete richtig, dass es sich dabei um die „Umstellung vom julianischen auf den gregorianischen Kalender handelte. An diesem Tag sind ein paar Tage weggefallen, um den Kalender richtig anzupassen“.

39) Was ist das Julianische Datum?
In der Naturwissenschaft gebräuchliche Tageszählung, die mit JD abgekürzt wird. Es wird vor allem in der Astronomie als Zeitaufschreibung genutzt.
@TomCoIIins „das besteht aus Jahr und Tagesnummer (1-365(366))“

40) Was war in diesem Zusammenhang im Jahr 4713?
‏Der 1. Januar des Jahres 4713 v. Chr. (bzw. −4712) 12 Uhr Mittags stellt den Nullpunkt der astronomischen Zeitskala Julianisches Datum (JD) dar.

41) Wo ist die Datumsgrenze?
Zwischen den beiden Polen der Erde durch den Pazifischen Ozean in der Nähe des 180. Längengrads. Die Bewohner beidseits der Datumsgrenze haben nicht das gleiche Kalenderdatum. Dieses ist auf der westlichen um einen Kalendertag höher als auf der östlichen Seite.

Punktenotation der 12 aktiven Teilnehmer am 27.02.2016:

1)Thorsten/‏@lalelu2007de: 41
2) Katrin: 19
3) Ralf von Dreieich (geadelt): 16
4) Anton aka Bernd Biehl ‏@berndb2009: 12
4) Stefan + Sohn Paul: 12
6) @ThomasUttendorf: 10
6) @TomCoIIins: 10
8) @DuckyFrankfurt: 9 
9) Conny Fehre ‏@bondaluh: 3
9) ‏Ute: 3
11) Philipp (erklärte seine griechische Schreibweise): 1
12) untergrund-navigator ‏@untergrund_ffm: 0

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