Samstag, 5. Oktober 2013

Rätsel über Statistik mit Dagi, Sven, Tomas am 05.10.2013

Enten halten nichts von statistisch errechneten Notwendigkeiten!

Rein statistisch ist jeder vierte Mensch ein Chinese. Hier saßen zu Sendungsbeginn 3 deutschstämmige Deutsche  und eine junge deutsche Chinesin im Nebenraum. Womit die Statistik doch bewiesen ist, oder.....

@Bondaluh hat uns schon letzten Samstag mit einer statistischen „Berechnung“ erfreut: „Bekanntermaßen gibt es im Vatikan 2 Päpste pro Quadratkilometer“ (aufgerundet, die Vatikanstadt misst 0,44 km2).

Sven wundert sich über so manche Beweisführung zu aktuellen Themen in den Medien. Sein aktueller Favorit ist dabei „die Armutsdefinition der EU, nach der Menschen als armutsgefährdet gelten. Arm sind danach nicht mehr die Obdachlosen, sondern wer weniger als 60 % des Durchschnittseinkommens in Deutschland hat. Tatsächlich wird hier die Gehaltsspreizung gemessen, nichts anderes. Wenn "die Reichen reicher werden", werden alle anderen automatisch ärmer? Passt ja immerhin zur Neiddebatte. Und ob das Einkommen dabei vor Steuern oder nach Steuern und unter Anrechnungen staatlicher Zuwendungen ermittelt wurde wird dann schon nicht mehr wahrgenommen.
Besonders charmant, dass sich nach dieser Definition und 'Logik' das Armutsrisiko in Spanien und Griechenland in den letzten Jahren dramatisch verringert hat. Denn wo  krisenbedingt alle Einkommen sinken, nimmt die Spreizung ab. Wirklich schwer, sich da ein neutrales Bild zu machen“.

Die heutigen Statistik-Fragen entstammen „Therapy„,.einem 1988 von der Milton Bradley GmbH (MB Spiele) herausgebrachten Gesellschaftsspiel.
Dies bedeutet, dass die aktuellste Quellenangabe des Spiels aus dem Frühjahr 1988 resultiert.

So konnten die Hörer Punkte sammeln für die Antwort, die aufgrund der Spielkarte als korrekt gewertet wurde, für die Nennung von Interpret, Titel, Coverversion zusätzlich Musikpunkte einheimsen sowie eigene Assoziation/Interpretation/Meinung äußern.

Der Beteiligung war relativ klein (9 Mitspieler, 2 davon saßen im Studio), aber gleichermaßen ganz groß (an Plausibilität, Kreativität und Unterhaltungswert).

In diesem Sinne: Es lebe die Statistik!!

Lyfe Jennings - Statitics (2010). Der hat vielleicht Behauptungen, tse tse….
25% of all men are unstable
25% of all men can't be faithful
30% of them don't mean what they say
and 10% of the remaining 20 is gay

Zunächst begrüßte uns der Avatar-mäßig verschönte @bondaluh per Twitter mit einem äußerst humorvollen Nachtrag zur vorangegangenen Plauderstunde.





1) Wieviel Prozent aller Kriminellen, die zwischen 3 und 18 Monaten gesessen haben, werden erneut straffällig?
Quelle: K. Bottomley & K. Pease, Crime and Punishment, Open University Press, 1986.
Antwort: 53 %

2) Nennt eine der der 3 häufigsten Antworten auf das Stichwort “Frühling”!
Quelle: Rapaport, D., Gill, M.M & Schafer, R. (1968) Diagnostic Psychological Testing, International Universities Press, New York
Antwort: 44 % der Befragten assoziierten in der Studie mit „Blumen“, „Sommer“, „Liebe“.
Die meisten Hörer äußerten auch Blüten/Blumen, aber auch Kleidungswechsel, Schneeschmelze, Hochwasser. Der Meistah selbst kam als einziger auf „Liebe“.

3) Was sind die beiden häufigsten Anlässe für Ehekräche?
Quelle: Harper’s Magazine Index, July 1984
Antwort: Geld und Sex. Bei 78 % aller Streitigkeiten geht’s um Geld, bei 25 % um Sex oder Fremdgehen, bei den überzähligen 3 % um beides gleichzeitig)
Die Hörer tippten auf Essen/Politik, Unordnung, unterschiedliche Interessen, Erziehung, Desinteresse u.a.

Quietschboys - Dünne (1996)
Ohne Prozentangaben hat die Band das Thema aufgegriffen und gewaltige Vorteile von kleinen Dicken aufgezeigt. In Anlehnung an „Dicke“ von Marius Müller-Westernhagen.

4) Wer glaubt eher an Leben auf anderen Planeten: Leute mit Hochschul-Studium oder Leute ohne?
Quelle: Harper’s Magazine Index, Juni 1987 from Gallup, Princeton, N.J. 1987
Antwort: Die Studierten (57 % gegenüber 46 %).

5) Wie nahe sollte man einen Gegenstand vor die Augen eines Neugeborenen halten, damit es darauf aufmerksam wird?
Quelle: MacFarlane, A (19771) What a baby knows, The Psychology of Childbirth, Harvard University Press, Cambridge/Mass.
Antwort: 23 Zentimeter. Interessanterweise genau die Entfernung, in der beim Stillen das Baby das Gesicht seiner Mutter sieht

6) Dirk ist Computer-Fachmann, Axel ist Angestellter in einem Schuhgeschäft. Wer von beiden hat größere Chancen, ein UFO zu sichten?
Quelle: Dickson, T (1987) UFOs: Fact or fiction. Toronto Star Newspaper, July 4
Antwort: Dirk, der Computer-Fachmann. UFO-Zeugen sind oft technisch begabte Menschen in angesehener Position.


Wir sind für den Tipp von @Koffi enorm dankbar, Radio-Hören kann man bei einigen Gelegenheiten gut nebenbei, vor allem bei handwerklichen Tätigkeiten, aber auch……



7) Deine Stereo-Anlage spielt Rockmusik, und dein neugeborenes Baby schreit. Solltest du, um es zu beruhigen, die Musik lauter stellen oder abschalten?
Quelle: Brackbill, Y. (Ed.), Infancy and Early Childhood, New York. The free press.
Antwort: Lauter stellen (Neugeborene schreien mehr, wenn es ruhig ist, als bei irgendeiner Art von Geräusch).
Der Meistah wusste, wie Geräusche in der Gebärmutter übertragen werden und antwortete daher erklärender als die Antwort der Spielfrage.

8) Welche Eigenschaft kann nach heutigen Erkenntnissen erblich sein?
Quelle: 1) Psychology Today, June, 1985, 2) Goodwin et al (1973) „Alcohol Problems in Adoptees raised apart from alcoholic biological parents“. Archives of General Psychiatry, 128, pp. 239-243.
Zur Auswahl standen: a) Anfälligkeit für Alkoholismus, b) Kontaktarmut, c) Sinn für Humor
Antwort: b) Sinn für Humor.

Knorkator - Du nich (2011)
Wir wissen nicht, wie viele Leute sonst noch den Todeszeitpunkt einer Wasserleiche am Geschmack erkennen; aber die haltlose Gegenüberstellung hat einen hohen Humorwert.

9) Haben Raucher genauso empfindliche Geruchsnerven wie Nichtraucher?
Quelle: Pangborn, R.M., Trabue, I.M. & Barylkopikielna, N. (1967) Taste, Odour and Tactile Discrimination before and after smoking, Perception & Psychophysics, 2, 529-532.
Antwort: Richtig. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung können Raucher im Durchschnitt genauso gut riechen wie Nichtraucher.
….. Logisch, dass dieses Thema von den Mitspielern kontrovers diskutiert wurde. Dem Meistah war klar: „technisch gesehen haben Raucher dieselben Nerven, es wird nur überdeckt durch permanenten Alkohol-/Nikotin-Gestank“.

10) Wem fällt es leichter, ohne Wecker zu einer bestimmten Zeit aufzuwachen: Einem Bankier oder einem Landstreicher?
Quelle: Seventh International Congress of Psychology (1974) Kraus Reprint. Nendeln/Liechtenstein, Seite 121 (Lessingdruckerei Wiesbaden)
Antwort: Dem Landstreicher (weniger gebildete Leute sind darin allgemein besser, vielleicht, weil sie sich nicht so sehr auf Uhren verlassen).
Auch hier wurden allerlei persönliche Erfahrungen preisgegeben …..

11) Nenne eine der 4 Farben, die auf das Stichwort „Trompetenklang“ am häufigsten genannt werden!
Quelle: Marks, I.E. „On coloured-hearing synesthesia: Cross modal translations of sensory dimension“, Psychological Bulletin, 82, 303-307.
Antwort: Rot, orange, gelb oder golden (fast nie werden zum Klang grün, schwarz, oder weiß genannt. Der Fachausdruck für diese Koppelung von Sinneseindrücken heißt übrigens Synästhesie).
Antwort: Rot, orange, gelb oder golden.
Da Dagi die Frage falsch (weil alle Antworten zur Auswahl) stellte, haben alle Mitspieler die volle Punktzahl erhalten.

John Hiatt - Have a little faith in me (1987)
Vertraue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht (ausgelegt) hast. Dieser musikalische Klassiker kam leider wieder mal (wie bei Dagis letzter Sendung mit Marcus) im Micky-Mouse-bzw. barocken Clavicord-Style rüber  

12) Nenne eine der beiden häufigsten Antworten auf das Stichwort „Liebe“!
Quelle: Rapaport, D., Gill, M.M. & Schafer, R. (1968). Diagnostic Psychological Testing, International Universities Press, New York
Antwort: “Haß” oder “Heirat”. Diese beiden Wörter machen zusammen 41 %T aller Antworten aus.

Mission - Burlesque (2001)
In den Medien werden Statistiken gerne von Sensationen begleitet. Diese Band erzählt eine aus ihrer Sicht ganz normale Lebensgeschichte. Nichts Groteskes, nur ein heiterer Schwank, wenn man Zeit totschlagen muss und nichts zu verlieren hat.

13) Wieviel Prozent aller Bundesbürger lasen 1988 täglich Zeitung?
Quelle: The German Tribune (Feb 21, 1988), Friedrich Reinecke GmbH, Hamburg, Seite 15
Antwort: 27 %.
Die Hörer waren sich einig: mindestens über 65 %. Tja.
Nach einer Studie aus 2013, die Sven im Netz fand, lesen 70 % der Deutschen eine Tageszeitung täglich. Dabei sind es bei den über 50jährigen und Älteren fast 80 %.

Wolfsheim (Peter Heppner an der Stimme) - Once in a Lifetime (2004)

14) Wann ist es am wichtigsten für den Menschen, dass er Zeit zum Spielen findet?
Vorgegeben wurde a) als Kind, b) als Teenager, c) als Erwachsener, d) im Alter, e) das ganze Leben lang.
Quelle: Joseph Levy, Play Behavoiour, Hohn Wiley & Sons, 1978
Antwort: Das ganze Leben. Der Mensch braucht unabhängig vom Alter die Erholung und Freiheit des Spielens.

Red Hot Chili Peppers - Cant stop (2002)
Das Video ist äußerst verspielt und wurde von den One Minute Sculptures des österreichischen Künstlers Erwin Wurm inspiriert. Letztlich haben die abstrakten aber sinnlosen, Tätigkeiten der Bandmitglieder keine bedeutsame Message (wie z.B. das Tragen einer riesigen lila Nilpferd Maske, das Herumspielen mit Gummibällen, das Springen auf Kisten, Eimer, Wasserflaschen, Mülltonnen sowie das Aus- und Einschalten von Lampen). Außerdem wird im Refrain unrhythmisch geklatscht, an dieser Stelle kann wohl nur ein Schlagzeuger Laut geben.

Eine Feststellung konnte heute eindeutig getroffen werden:
Our Lady Peace - Superman’s dead (1997)


Punktenotation der 9 praktizierenden Hörer am 05.10.2013 (übrigens jedes Jahr der Tag der Lehrer; wollen uns Statistiken vielleicht belehren, ähäm….):
1) Ben: 18 Punkte
2) Alexander: 16 Punkte
2) Matthias/HG: 16 Punkte
4) Katrin: 13 Punkte
5) Hausmeistah Tomas: 10 Punkte
6) @Bondaluh: 9 Punkte
7) @Koffi: 9 Punkte
7) Marcel: 9 Punkte
9) Hausmeister Sven: 4 Punkte


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