Samstag, 22. November 2014

Rätsel zu Redensarten mit Sven und Tomas am 22.11.2014

Hans Huckebein, der Unglücksrabe von Wilhelm Busch
  1. Woher kommt der „Zankapfel“?
    Aus der griechische Mythologie. Der Zankapfel ist der goldene Apfel der Zwietracht.
    Ben erklärte richtig: Paris musste sich bei seiner Gattinnenwahl zwischen 3 Göttinnen entscheiden und verschenkte einen Apfel für seine Gewählte. Zeus weigerte sich, den Streit zwischen Hera, Pallas Athene und Aphrodite zu schlichten, wem denn nun der Apfel gebühre.
  2. Woher stammt der Begriff "auf den Zahn fühlen"?
    Bis ins 18te Jahrhundert gab es keine Zahnärzte, sondern man liess sich vom Barbier oder Dorfschmied „behandeln“. Damit diese die gesunden von den kranken Zähnen unterscheiden konnten, wurde auf den Zahn geklopft.
  3. Woher stammt der Begriff "Wind von etwas bekommen"?
    Damit ist die Witterung des Wildes gemeint.
  4. Woher stammt der Begriff "Die Werbetrommel rühren"?
    Werbung wurde vom Stadtrufer mit einer Trommel verkündet. So wurden z.B. früher Soldaten rekrutiert.
  5. Woher stammt der Begriff "jemanden das Wasser nicht reichen können"?
    Bei „Königs“ wurde eher Wein als Wasser gereicht, Wasser brauchten sie mehr zum Händewaschen (weil ja mit den Händen gegessen wurde). Bei den Knechten gab es eine Rangordnung, nicht jeder durfte dem König das Wasser reichen.
    Schon in Goethes Faust stand: „Aber ist eine im ganzen Land,
    die meiner trauten Gretel gleicht, die meiner Schwester das Wasser reicht?“
  6. "Verplempern" - woher stammt dieser Begriff?
    Mit "Plempe" (rotwelsch) bezeichnet man schlechtes Bier. Das Leben ist aber zu kurz, um schlechtes Bier zu trinken, das wäre Zeitvergeudung.
  7. Woher stammt der Begriff "Unglücksrabe"?
    Ben erklärte, dass der Rabe in vielen Völkern als Todes-/Unglücksbote gilt.
    Dagi erinnerte sich an Wilhelm Buschs witzige Geschichte „Hans Huckebein, der Unglücksrabe“.
    Armin äußerte verständnisvoll: Wenn der Schwarm Raben ständig das neu eingesäte Feld aberntet, ist das für den Bauern ein großes Unglück. Vor allem, weil die Raben so ein gutes Gedächtnis haben und immer wieder einkehren.
  8. "Einen Türken bauen" - woher stammt dieser Begriff?
    Am Hofe Maria Theresias stellte 1969 der deutsch-ungarische Hofsekretär und spätere Hofrat Wolfgang von Kempelen einen Schach-Automat vor, den er „den Türken“ nannte.
    Oliver wusste, dass nicht „der Automat“ die Züge vornahm, sondern ein kleinwüchsiger Schachspieler, der darin sass.
  9. Woher kommt „auf Tuchfühlung gehen“?
    Von Preußens dichter Aufstellung der Soldaten in Reih und Glied, in der man quasi den Rockzipfel (ein anderes Wort für Stoff ist Tuch) des anderen in der Hand hatte.
    @Koffi: „wenn der Schlüpper zwickt“
  10. Und woher "Auf die Tube drücken"?
    Vom englischen „Choke Tube“ (Vergaserdurchlass des Autos). Röhre, Tube = Tubus lateinisch. Damit ist der Gaskolbenhebel gemeint, den man zur Beschleunigung benötigt.
  11. Woher stammt der Begriff "Trittbrettfahrer"?
    Katrin erklärte es aufgrund ihrer jahrelangen Trittbrettfahrerei. Früher waren die Straßenbahnen offen und man konnte außen auf dem Trittbrett stehen. As der Schaffner kam, um die Fahrausweise auszustellen, ist sie wohl schnell vom Trittbrett abgesprungen.
  12. Woher „Treulose Tomate“?
    Früher hieß die Tomate Namen Gold-, Liebesapfel oder Paradiesapfel (österreichisch Paradeiser, italienisch pomodoro). Erst 1835 akzeptierte die Académie française das Wort tomate (anstelle von "ümme d'amour"), was in Deutschland übernommen wurde.
    Das Kultivieren in Europa (Italien) war schwierig, sie erwies sich als treuelos, weil sie trotz guter Pflege eingegangen ist.
    Ben hörte, dass der Name von den unzuverlässigen Italienern als Verbündete Deutschlands in den beiden Weltkriegen stammt.
    Michael Lindner/‏@bondaluh um 11.12 Uhr: „Guten Morgen! Hab' verschlafen. :-( Bitte nicht deshalb als treulose Tomate bezeichnen!“
  13. Woher stammt der Begriff Tohuwabohu"?
    Im ersten Buch Mose  beginnt die Bibel mit dem Satz: „1. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. 2. Und die Erde war wüst und leer (tohu vavohu).“. Daraus wurde der hebräische Begriff entnommen und bedeutet nach Luther „wüst und leer“. Dabei bezeichnet tohu die Wüstheit, wa bedeutet „und“ und vohu ist die Leere.
    Dagi ‏@DuckyFrankfurt: „ich denke dabei an die Kannibalen, die alles in ihren Topf namens "Tohuwahobu" steckten“
  14. "Einen im Tee haben" - woher stammt dieser Begriff?
    Niels-Björn: „Ist wie der Pharisäer, nur für Engländer“
    Katrin dachte an die Tarnung während der Prohibition in den USA.
    Dagi ‏@DuckyFrankfurt: Lindenberg "der sitzt hier jeden Nachmittag und trinkt erstmal nen Rum mit Tee". Später  „dabei habe ich den Text auch mit "Hoch im Norden" vermischt. Oje.... Thematisch verwendet Lindi dies jedenfalls häufiger.

    Nichts haut einen Seemann um
    Hoch im Norden
  15. Techtelmechtel, woher stammt der Begriff?
    Heimliche Verabredung von zwei oder mehreren Personen zu einer gemeinsamen Handlung.
    Michael Lindner ‏@bondaluh: „So weit ich weiß aus dem Italienischen "teco-meco" (ich mit dir, du mit mir).“ Obwohl diese Info als nicht gesichert gilt, wurde sie bepunktet, weil das laut Sven die korrekte Antwort war.
  16. "Das ist starker Tobak" - woher stammt der Begriff?
    Aus einer alten Erzählung von der Begegnung eines Jägers mit dem Teufel. Der Teufel kannte die Flinte des Jägers nicht, hielt sie für eine Tabaksdose, was er gerne mal probieren wollte. Daraufhin erhielt der Teufel eine feurige Ladung Schrot ins Gesicht, die er kommentierte mit "das war starker Tobak“.
  17. Da brat mir doch einer einen Storch" woher stammt diese Redewendung?
    Der Storch ist eine mythische Figur, Storchenfleisch jedoch ist ungenießbar. Der gebratene Storch galt schon in der Bibel als unrein/unerhört.
    Katrin vermutete, dass man bei ungewollter Schwangerschaft „vom gebratenen Storch“ spricht, da ja der Klapperstorch die Kinder bringt.
  18. "Stichprobe" - woher stammt dieser Begriff?
    Aus dem Bereich der Metallgewinnung. Um Metalle aus Erzen zu gewinnen, benötigt man Schmelzöfen, die auch Stichöfen genannt wurden. Um nach dem Schmelzen den Metallgehalt der Flüssigkeit zu prüfen, entnahm man eine sogenannte Stichprobe. Daraus wurde dann die heute bekannte Stichprobe, mit der man auch kontrollieren kann, ob alles wie gewünscht funktioniert.
    Die Hörer assozierten damit vor allem Begriffe aus der Küche (Kuchenbacken, Käsereifung), die jedoch alle nicht bepunktet wurden.
  19. "Standpauke" stammt woher?
    Vom mittelhochdeutschen verb „puken“ (predigen/draufschlagen), das dem Instrument Pauke den Namen gab. Martin Luther predigte mit Schlägen auf die Kanzelbrüstung, so kam es zur Standpauke.
    Katrin assoziierte zu Recht damit Pauker im Sinne von Lehrer, der die Schüler stehend in die Ecke stellte.

Punktenotation der 15 aktiven Teilnehmer am 22.11.2014:


  1. Katrin: 26 Punkte
  2. Ben: 16 Punkte
  3. @Dagi: 11 Punkte
  4. Armin: 7 Punkte
  5. Niels-Björn: 4 Punkte
    Patrick: 4 Punkte
  6. ‏@bondaluh: 2 Punkte
    Oliver R: 2 Punkte
    Tomas: 2 Punkte
  7. ‏@Koffi („moin, bin da. Und versuche dabeizubleiben“-) 1  Punkt
    @LaLeLu (Telekom-DSL-Versäumnis-): 1 Punkt
    Matthias/Sachsenhausen: 1 Punkt
    Matthias/Bad Homburg (ganz am Ende Durchkomm-): 1 Punkt
    Meister Stefan: 1 Punkt
    Udo: 1 Punkt

@Grethel Knusper (endgestresst und stets neben der Spur) sprach leider nicht mit uns allen und auch nicht zum Thema :-(

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